Pilgern Reisen

Bom camino

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„Bom camino“, ein Gruß, den wir in der vergangenen Woche oft hörten auf dem Camino portugues.  Wenn wir unsere Unterkunft verließen von den Gastwirten oder von anderen Pilgerern, denen wir auf unserem Weg begegneten. Wir übernahmen diesen Gruß wie selbstverständlich und er motivierte uns auch auf eine Art, immer weiter zu gehen.

Jetzt, über eine Woche nachdem wir unseren Weg starteten, kann ich sagen, dass es auf jeden Fall eine wertvolle Erfahrung war, den Camino portugues einmal ausprobiert zu haben.

Und daraus kann man schon erahnen, dass wir den Weg nicht bis zu seinem Ende in Santiago de Compostela gegangen sind.

Ich schreibe jetzt von der Algarve in Südportugal aus, wohin wir ganz spontan am letzten Samstag mit dem Zug gefahren sind, nachdem wir unseren Weg in Barcelos cirka 50 km nördlich von Porto beendet hatten.   

Zunächst hielten wir in Faro für eine Nacht und am Sonntag ging es weiter ins 30 km entfernte Tavira und hier in den Ortsteil Santa Luzia.

Erstmal war es ein großer Frust und wir waren enttäuscht von uns selbst, dass wir den Weg nach rund einem Fünftel (50km) abgebrochen hatten. 

Mittlerweile können wir es akzeptieren und sehen den portugiesischen Camino als einen Teil dieser Reise, als wichtige und lohnende Erfahrung.

Hier an der Südküste Portugals haben wir einen unendlichen Strand und können richtig durchatmen. 

Jetzt könnte man einwenden: „Strand und Meer gab es doch wohl auf dem Küstenweg ab Porto auch!“

Ja, das ist richtig, aber – wir kommen jetzt zum wichtigsten Grund, weshalb wir den Camino abgebrochen haben:

Es war schlicht und einfach der Rucksack! 

Den hatten wir vor der Abreise so optimiert gepackt, dass er nur das Nötigste enthielt und sich auch nicht über 10 Prozent des Körpergewichts ausdehnte. 

Und trotzdem störte er das Vorankommen und drückte auf die wunden Füße. 

Unmöglich für uns, tägliche Distanzen von um die 20 km zurückzulegen!

Die hätten wir allerdings zurücklegen müssen, um nach der täglichen Wanderung eine Herberge vor Ort zu haben.

Ich hatte ja hier auf smilingsecondhalf geschrieben, dass der Camino portugues auf seinen 250 km ab Porto sehr gut mit Unterkünften erschlossen wäre.

Das trifft aus unserer Sicht allerdings nur dann zu, wenn man auch imstande ist, um die 20 km täglich zu laufen 

Belastend also für uns, dass nicht mehr Unterkünfte auf dem Weg zu finden waren!

Trotzdem fanden wir an den insgesamt 5 Tagen dank booking.com jeden Abend eine Unterkunft.

Im Grunde waren die jedoch viel zu teuer. So zahlten wir am vorletzten Abend in Arcos über 90 Euro für ein Doppelzimmer mit Verpflegung und hatten erst in der letzten Nacht in einem neu eröffneten Guesthouse In Barcelos einen für Pilgerer angemessenen Preis für eine Übernachtung von 25 E.

Für uns beide gemeinsam in einem 8 Bett-Zimmer, das wir uns mit einem Paar aus Minsk teilten. 

Jetzt aber mal etwas Positives – zum Pilgern selbst!

 

Auch wenn es nur 5 Tage waren, über die ich schreiben kann, so hatte das pure Gehen doch eine läuternde Wirkung.

Du startest, die Gedanken fangen an zu kreisen, sie steigern sich zu etwas sehr Ägerlichem, aber Du vergisst den Ärger auch sehr schnell wieder und läufst einfach weiter.

Ich kann mich in Sicherheit wiegen, wenn ich nur laufen kann, so möchte ich es mal ausdrücken! Alles andere wird unwichtig, wenn man mich nur gehen lässt. 

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