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Das 51. Weihnachten und immer noch nichts dazugelernt?

181217Weihnachten

Rückblick

Wenn ich zurückblicke, dann stand ich die meisten Weihnachten meines Lebens im Streß. Wie alle anderen Menschen! Das ist auch jetzt im 51. Weihnachten so, auch wenn ich gar nicht so viel mit Geschenkauswahl, Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmarktgängen zu tun habe. Gott sei Dank!

Zu diesem Streß gesellt sich bei der Mehrheit der Menschen seit jeher der große Wunsch, dass es anders werden muss mit der Hektik! Und zwar gleich im nächsten Jahr!

Nichts wird jedoch anders, natürlich nicht! Und dass es nicht anders wird, ist ein wichtiger Baustein unserer alljährlichen Weihnachtsroutine.

An den Weihnachtszauber der Kinderjahre kann ich mich gut erinnern. Auf den Bildern unsere strahlenden Kinderaugen zur Bescherung, die unbändige Erwartung und die klassischen Gegensätze, ohne die Weihnachten nicht auskam:  Dunkelheit, Kälte und Schnee draußen auf den Straßen – Licht, Wärme und festliche Herzen in den Häusern.

Illusionslos im Weihnachtsschneckenhaus

Nachdem der Zauber dieser frühen Jahre aber gewichen bzw. geklärt war, dass es keinen Weihnachtsmann gibt und zu Weihnachten meistens auch nicht unbegrenzt Friede herrscht oder herrschen muss, machte ich mir keinerlei Illusionen mehr.

Es blieb eine einzige Vorliebe bei mir bestehen, die ich mit Weihnachten früh eingeübt hatte: Je unwirtlicher, kälter und dunkler es draußen war, desto mehr zog ich mich in mein kleines persönliches Weihnachtsschneckenhäuschen zurück, in dem ich glänzende, festlich gestimmte Momente erbaulicher Abgeschiedenheit erleben konnte.

Diesen kleinen Schatz, den mir keiner nehmen konnte, teilte ich mit dem kleinen inneren Kreis der Familie, auch wenn ich es für mich behielt und keinem erzählte. Je mehr ich den Schatz versuchte festzuhalten, desto schneller war er gleich im neuen Jahr wieder verschwunden. Und die Familie war es auch. Alle gingen wieder ihren Verpflichtungen nach, die Gemütlichkeit und Nähe war weg.

Ungebändigter Konsum weihnachtlich inszeniert

Das öffentlich inszenierte Weihnachten ist für mich seit dieser Ernüchterung ein ständiges „Auf der Stelle treten“. Jedes Jahr das gleiche: selbst gewollte Hektik auf der einen Seite und auf der anderen Seite immer wieder der Wunsch, dass es im nächsten Jahr doch anders, ruhiger und entspannter, werden soll.

Es ist jedoch nicht vorgesehen, dass es anders wird und der Grund dafür ist der ungebändigte Konsum. Wäre er plötzlich weg, blieben wir in einem Zustand der Desorientierung und Aggression zurück.

Was raten z. B. unsere Eliten in Kirche und Staat? Der Ratspräsident der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strom, empfahl in seiner letzten Weihnachtsansprache 2017

„laßt uns vor und nach Weihnachten innehalten und auf Jesus schauen!“

Und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte:

Wir können die Ruhe nur genießen, wenn sie uns nach dem Trubel erlöst, der ihr vorausgegangen ist. Wir empfinden sie nur dann als tröstlich, wenn wir sie suchen, weil sie nicht selbstverständlich und nicht alltäglich ist.

Kein Wort zum entgrenzten Konsum. Der wird überall als systemimmanent vorausgesetzt. Und man darf froh sein, wenn man überhaupt noch ein paar ruhige Stunden findet. So sagt es Steinmeier ja auch: „ohne Trubel ist Ruhe nicht zu genießen!“

Glaubt man dem Statistik-Portal statista so steigen die Einzelhandelsumsätze zu Weihnachten in den letzten Jahren stetig. Allein in diesem Jahr wird mit 100,3 Milliarden Euro gerechnet. 2017 waren es 98,3 Milliarden Euro.

Minimalismus ist die Lösung

Für mich haben deshalb minimalistische Ansätze Zukunft:

  • Konsum auf das Nötigste beschränken
  • vereinbaren, sich nichts Materielles zu schenken, vielmehr Zeit miteinander zu verbringen
  • ein gutes Essen mit vertiefenden Gesprächen
  • gemeinsame Spaziergänge durch die weihnachtliche (Winter-) Landschaft

Hier ein paar passende Blogs und Links auf lesenswerte Artikel (oder ganz einfach nach „minimalistische Weihnachten“ o.ä. recherchieren!)

Blog – Zeit statt Zeug

Thinkless – Artikel „Minimalistische schenken“

Blog – Einfach bewusst

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