Altern smilingsecondhalf

Gelassenheit – was wir gewinnen, wenn wir älter werden.

181115BuchGelassenheitWilhelmSchmid

Dieser Titel von Wilhelm Schmid fiel mir vor kurzem in die Hände und da es ein ganz kleines Büchlein ist, hab ich sofort mit dem Lesen begonnen. Genauso schnell tauchte allerdings die Frage auf, ob ich (schon) die richtige Zielgruppe dafür bin?

Gedanken an den Lebensabend oder ans Sterben? Traurig und deprimiert auf den Tod warten und sich an alles klammern, was jung ist?

 

Oder gelassen bleiben (werden), sich mit dem Altern arrangieren und sich auf den (die) letzten Lebensabschnitt(e) freuen?

 

Sind all diese Gedanken nicht etwas zu früh? Liegt es vielleicht an der dunklen Jahreszeit, dass ich mich mit diesem Thema beschäftige?

 

Ja, dieses Buch hat mich noch nicht als direkten Adressaten. Wenn ich lese, dass „das Altern oder der Tod vielen Menschen nur als trostloser Anhang an das produktive Leben erscheint“ oder es darum geht, freie Zeit zu genießen, um rote Fäden in der eigenen Biographie heraus zu arbeiten“, dann kann ich 51 jähriger ja nicht gemeint sein.

Denn noch bin ich ja produktiv und verfüge über nur eingeschränkt freie Zeit.

Also, eher ein Buch für Menschen im Ruhestand! Trotzdem mit interessanten Ansätzen für uns Menschen in der zweiten Lebenshälfte!

Grundsätzlich wissen wir ja alle nicht, wann wir sterben müssen. Natürlich erwartet keiner den Tod bis 40.

Aber ab 50? Da denken wir schon öfter ans Sterben und kennen auch mehr Menschen, die die 60 Jahre gar nicht erreicht haben.

Das, was hier auch nochmal bekräftigt wird:

 

Wir haben zwar alle nicht in der Hand, wann wir sterben werden, was wir aber sehr wohl in der Hand haben, ist ein würdevolle Umgang mit unserer Vergänglichkeit.

Über Vergänglichkeit und Sterben habe ich mit 40 wirklich nicht nachgedacht. Ich denke, dass sehr viele Menschen – wie auch ich – in diesem Alter noch mit der Konsolidierung ihrer Lebensverhältnisse („Wurzeln schlagen“ etc.) beschäftigt sind.

Sich darüber ab 50 Gedanken zu machen, finde ich wiederum natürlich!

  • wie wird mein Lebensabend sein?
  • und wie möchte ich zufrieden auf mein Leben zurückblicken?

Fragen , die ich mir jetzt stellen sollte!

Das eigentlich Charakteristische dieser Welt ist ihre Vergänglichkeit.“ (Franz Kafka)

Jede Lebensphase hat ihren eigenen Wert, aber so wie einige Anregungen aus diesem Buch, die im Grunde genommen für jedes erwachsene Lebensalter gelten, gibt es hier andere, die aus meiner Sicht umso mehr in der zweiten Lebenshälfte ein Thema sind (smilesecondhalf – Notizen aus der zweiten Lebenshälfte).

  • wo stehe ich?
  • was kommt auf mich zu?
  • was steht in meiner Macht und was nicht?

Ich möchte mich auf meine Stärken konzentrieren und auf Menschen und eine Umgebung, die mir gut tun und die mich weiterbringen. Das ermöglicht mir, nachsichtiger mit meinen Schwächen zu werden und auch wirklich das neu zu lernen, was für mich bestimmt ist.

 

Was das Buch an wichtigen Kernpunkten für mich bereithält:

 

  • den Tod oder die Tatsache, dass der Tod kommen wird, akzeptieren und (ich ergänze): vom Ende her denken!
  • für ein stabiles Netz an Familie und Freunden sorgen – ohne Gespräche, Debatten und Berührungen gibt es keinen würdigen Alternsprozeß!
  • genügend Zeit zum Nachdenken und zur Reflektion reservieren, um dem Sinn meiner Biographie auf der Spur zu sein (das finde ich sehr schön!)

Punkte, die ich noch in den Hintergrund stelle:

 

  • über die „Organisation“ des eigenen Sterbens, z.B. der Trauerfeier etc. nachzudenkenden
  • zu überlegen, wie ich meinen letzten Tag verbringen möchte

 

 

Schmid, Wilhelm: „Gelassenheit: was wir gewinnen, wenn wir älter werden“ 2014,

ISBN 9783458176008

Website des Autors: http://www.lebenskunstphilosophie.de/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.