Entspannung

Kein schlechtes Gewissen beim Mittagsschlaf

Kein schlechtes Gewissen beim Mittagsschlaf

Mal eine Frage: findet Ihr es schlimm, wenn man mittags schläft, bzw. immer dann einen kleinen Mittagsschlaf einschiebt, wenn man müde ist? Ist es verwerflich, wenn man das tut? Auch wenn man noch nicht richtig alt ist? Also so wie jetzt – knapp über 50?

Meine Mutter ist z.B. vor kurzem 80 Jahre alt geworden und schläft mittags oder nachmittags nie, was damit zusammenhängt, dass sie es einfach nicht auf ein Schläfchen beschränken könnte, sondern – einmal eingeschlafen – erst nach Stunden und „verwirrt“ wieder aufwachen würde.

Das ist bei mir zum Glück nicht der Fall, weshalb ich mich meistens tatsächlich nur für 20 bis 30 Minuten hinlege, um dann wieder erfrischt an die Arbeit zu gehen. Und das fühlt sich sehr gut an!  Ich habe auch überhaupt keine Probleme damit, mich mittags oder nachmittags in mein richtiges Nachtbett zu legen.

Diesen Kurzschlaf können sich aber wohl nur rund zwei Drittel der Deutschen leisten. Das andere Drittel sind Deutsche, die z. B. schlecht schlafen und durch regelmäßigen Mittagsschlaf ihren ohnehin sensiblen Nachtschlaf noch weiter verschlechtern würden.

Zu Beginn meiner Mittagsschlafroutine hatte ich auch mal den Eindruck, es könnte schädlich sein, wenn man seiner Tagesmüdigkeit zu früh nachgibt.

„Weil ich es dann irgendwann nicht mehr lassen und mich daran gewöhnen würde“

war meine Begründung!

Trotzdem habe ich nie mit dieser Gewohnheit gebrochen, sondern gar nicht erst davon erzählt und so weiter gemacht wie bisher.

Warum wollte ich eigentlich nie davon erzählen?

Leistungsgesellschaft

Weil Schlaf und Ruhe während des Tages bei uns ein Tabu ist und man als faul, nicht belastbar und nicht leistungsorientiert gilt. Zeit ist eben Geld und wenn ich bereit bin, eine zusätzliche Stunde täglich für Schlafen abzuknapsen, dann ist Effektivität wohl eher ein Fremdwort  für mich?

In südeuropäischen und -asiatischen Ländern nimmt man das ganz anders wahr. Hier leben die Menschen gut mit dem Kurzschlaf, der fester Bestandteil ihres Lebens ist.

Ob nun die berühmte Siesta (nach „sexta“: sechste Stunde nach Sonnenaufgang“) oder die mir von Reisen durch Südostasien sehr vertrauten Bilder von weggeschlummerten Menschen in der Öffentlichkeit, wie z.B. auf Märkten.

Oder aber noch eine andere ältere Erinnerung aus Japan, wo die Menschen auch jede Gelegenheit fürs Tagesschläfchen in der Öffentlichkeit nutzten. Ob nun während des Arbeitsweges in der Bahn oder bei laufendem Motor im Auto am Straßenrand.

Amerikanische Unternehmen  bieten ihren Mitarbeitern sogar Pausenräume mit bequemen Liegesesseln für die Mittagsruhe. Und mittlerweile tut sich auch in Deutschland in dieser Hinsicht etwas: bei BASF, bei Hornbach, bei Opel in Kaiserslautern und bei der Lufthansa, habe ich gelesen.

Man kann es drehen und wenden wie man will: der Mittagsschlaf erfrischt, verbessert die Leistung und macht uns körperlich und geistig fit. Der Blutdruck sinkt, die Muskeln entspannen sich und Stresshormone werden abgebaut. Außerdem wirkt er sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System aus.

Ein kurzer Mittagsschlaf gehört zum Tagesrhythmus dazu!

Schlafforscher Göran Hajak.

Somit haben diejenigen, die mittags schlafen, rein statistisch ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Allerdings sollte das Schläfchen nicht die 20 – 30 Minuten-Marke überschreiten. Ist das der Fall, tritt der Schlafende in die Tiefschlafphase ein und wird daraus nur schwer und – wie oben erwähnt – eher verwirrt wieder aufwachen.

Zwei Tipps, um das zu vermeiden: Wecker stellen oder vorher 1 Tasse Kaffee trinken. Habe ich beide schon ausprobiert! Und: es klappt!

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