Natur Reisen

Pilgern in Portugal – auf zum portugiesischen Jakobsweg

180910BlogPilgerninPortugal

Heute in 4 Wochen gehts los: „Porto- Santiago de Compostela“. Diese beiden Orte stehen nicht nur für den größten Teil der Strecke des Portugiesischen Jakobsweges von Porto (Portugal) nach Santiago de Compostela (Spanien), sondern eben auch symbolisch – wie bei anderen Pilgerwegen auch – für „(beladen) Aufbrechen“ und „(geläutert) Ankommen“. Eben all die Dinge, die wir mit dem Pilgern verbinden. Übers Pilgern aber später mehr. 

Warum der Portugiesische Jakobsweg?

Warum haben wir uns diesen Weg ausgesucht? Eine lange Geschichte! Natürlich wurden auch wir durch die Jakobsweg-Euphorie infiziert, die Hape Kerkeling („Ich bin dann mal weg“) vor einiger Zeit ausgelöst hatte. Vorher hatten wir in meiner Erinnerung nicht das Verlangen, einen der Jakobswege in Spanien oder Portugal zu laufen. Wandern ja, dafür aber nicht extra soweit anreisen müssen, das war unsere Devise! 

Irgendwann hörten wir auch, dass es Jakobswege praktisch überall, zumindest an vielen Stellen in Europa gibt. Da kam sicherlich mal für einen Moment die Frage auf, ob man den berüchtigten Weg über die Pyrenäen nach Santiago di Compostela nicht einfach durch einen Jakobsweg hierzulande eintauschen könnte. 

Andererseits – wenn man sich das Ziel-Ritual, die Pilgermesse in der Kathedrale zu Santiago ansieht – mit all den unterschiedlichen Pilgern aus aller Herren Länder, das ist wirklich überwältigend! Und ich wäre gern mal Teil einer solchen Inszenierung. Vielleicht bin ich später auch enttäuscht, das weiß ich nicht.  

Ich muss aber noch erklären, weshalb wir uns nicht für den berüchtigten Jakobsweg über die Pyrenäen durch Nordspanien entschieden haben. 

Dafür gibt es zwei Gründe: 

  1. der Portugiesische Jakobsweg (Carminho portugues) ist sehr kurz: es sind insgesamt 240 Kilometer, die man in 2 Wochen schaffen können soll (Wir haben sogar 3 zur Verfügung).  Der CP läuft zum großen Teil am Meer entlang, man kann aber auch Varianten im Landesinneren wählen. Und
  2. nicht nur die Länge spricht dafür, den Carminho portugues als nicht geübter Pilgeranfänger zu gehen, sondern auch, dass er relativ eben verläuft und nur wenige Höhenmeter aufweist. 

Nur ca. ein Fünftel der registrierten Pilger, habe ich irgendwo gelesen, sollen sich für den Carminho Portugues entscheiden. Das spricht für viel Ruhe und wenig Menschen.

Mal sehen, wie das Anfang Oktober sein wird? 

Pilgern?

In welcher Form ist aber der Pilgergedanke wichtig für mich? 

Dass es nicht nur ums Wandern geht, sondern parallel auch noch um etwas Geistiges, das während des „Sich-Fortbewegens“ mitschwingt, ist eine Vorstellung, die bei den bisherigen Planungen im Hintergrund tatsächlich immer mit dabei war. 

Ich kenne das vom bloßen Wandern oder auch nur vom „um-den-See-laufen“. Mit dem Gehen lösen sich die Gedanken, drehen sich um sich selbst und kombinieren sich anders miteinander als sie es unbewegt tun würden. Ein echter kreativer Prozess also. Wenn ich mich nicht körperlich bewege, stocken sehr oft auch die Gedanken. 

Viele Pilger berichten davon, wie sie Gott oder etwas Höheres gefunden hätten. Keine Ahnung, wie es uns ergehen wird. Viele machen sich auf den Weg, weil sie das Gefühl haben, aufbrechen zu müssen. 

Und das Interessante auch für mich an diesem Aufbruch ist, dass der Weg keiner bestimmten Ordnung, keinem bestimmten Plan folgt. Ausser der Route  ist alles Weitere offen. 

Was nehme ich Geistiges mit? 

Die Gedanken und Gefühle, mit denen ich mich auf den Weg mache, werden durcheinander purzeln, zwischenzeitlich in eine Ordnung kommen, die am Folgetag möglicherweise wieder vollständig aufgebrochen wird. So stelle ich mir das vor. Ich freue mich schon auf das „Sich-treiben-lassen“.

Was ich mir vorgenommen habe: ich möchte konkret etwas mitnehmen, das ich während des Wandern „durchdenke“. Bilder, Zitate, Texte und Musik.

Musik z.B. finde ich sehr passend als Begleiterin. Franz Schuberts „Schöne Müllerin“ oder seine Winterreise – dies sind nur 2 Beispiele, die etwas mit dem Wandern zu tun haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.