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Zeichen des Alterns – Aufgeregtheit und Gelassenheit

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Es fing ganz schleichend an mit den Zeichen. Vielleicht ist Euch das auch schon einmal aufgefallen?! Die Brille zum Beispiel. Kaum zu Hause angekommen, ist sie plötzlich weg. Wo ist meine Brille verdammt nochmal? Eben auf dem Nachhauseweg hatte ich sie doch noch.

Ja, ich hatte sie abgesetzt, als ich mir das Gesicht wusch. Dann müsste sie doch in der Nähe des Waschbeckens liegen. Aber neben welchem Waschbecken? Unten im Duschraum oder oben im Badezimmer? Wo war ich denn heute, als ich nach Hause kam?

Unten im Duschraum doch!

Oder verwechsle ich das mit gestern?

Ist das normal mit 51 oder schon der Anfang von Demenz? Kann nicht sein, wehre ich gleich ab, Demenz war doch, wenn man seine Sachen an ungewöhnlichen Orten verlegt oder? Unter dem Kühlschrank ist da nichts zu machen.

Ein anderes Zeichen? Seit letztem November kämpfe ich mit einem Tennisarm. Ich sag nur: Baumbeschnitt mit Elektrosäge, schwere Äste, in denen das Sägeblatt irgendwann steckenblieb. Die an der Stelle entstehenden Vibrationen bewegten meinen linken Arm einfach mit und ich wusste, dass das nicht gut war!

Ich wollte aber fertig werden an diesem Tag – also „ein Indianer kennt keinen Schmerz“… – „Augen zu und durch!“

Fazit: Tennisarm oder auch Epicondylitis. Zu lange mit dem Arztbesuch gewartet, dann manuelle Therapie, und die nun schon zum dritten Mal verlängert. Das Ding ist echt hartnäckig und ich bilde mir ein, das muss irgendwie auch mit dem Alter zu tun haben oder?

Meine Physiotherapeutin (selbes Alter, massiert meinen Rücken seit fast 10 Jahren…sehr sehr gut!)  setzte neulich noch eins drauf und machte mir tatsächlich noch mehr Angst: zu einer Epicondylitis könnte sich in unserem Alter auch schon mal eine Arthrose hinzugesellen! Um Gottes Willen!

„Die Kräfte lassen schneller nach, die Sinne werden schwächer, Stress fühlt sich noch anstrengender an, es fällt zunehmend schwer, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Ohne Training bauen die Muskeln viel schneller ab als früher, um mehrere Prozent pro Jahr. Eine Grundregel von Altersforschern lautet daher: Ab jetzt muss man mehr machen als früher und nicht weniger.“

Quelle: https://www.zeit.de/zeit-wissen/2014/06/generation-zukunft-altersgruppen-unterschiede/seite-6

Ein weiteres Zeichen? Morgens Aufstehen geht mittlerweile gar nicht mehr ohne exzessives Glieder-,  Muskel-,  und Sehnendehnen!  Früher war das nicht so, meine ich.

Und noch ein letztes Zeichen?: neulich dramatisierte ich einen kurzen und heftigen Schwindel, der morgens beim Aufstehen nach einer Feier am Vorabend plötzlich auftrat.

Warum?

Ja – weil, irgendwas Schlimmes muss ich ja mal haben. Zumindest wollte ich darauf vorbereitet sein und dachte, jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, die da Gehirntumor heißt!

Abgesehen von diesen manchmal kurz und heftig auftretenden Zwischenepisoden, glaube ich, das Altern im Großen und Ganzen gelassener hinzunehmen als noch vor einigen Jahren. Ich bleibe fit mit täglichem Yoga und regelmäßigen Ausflügen an die Luft und merke, wie ich so allmählich die „Ernte einfahre“: Gelassenheit und Zufriedenheit auf der einen Seite, aber auch das Bewußtsein, dass die Uhr jetzt wirklich abläuft.

Das bedeutet: keine Zeit mehr für Unnützes vergeuden, stattdessen intensiv ohne falsche Kompromisse leben!

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